7th European Conference on Green Power Marketing 2011
DAS ZEITALTER DER ERNEUERBAREN
ENERGIEN - STRATEGIEN UND
WEICHENSTELLUNGEN DER AKTEURE
Das europäische Forum für Marktakteure und
Entscheidungsträger der erneuerbaren Energiewirtschaft
6. und 7. Oktober 2011 | Zürich, Schweiz
Konferenzbericht - Green Power: der status quo
Ganze zehn Jahre nach dem Auftakt in St. Moritz und weiteren fünf Konferenzen an wechselnden Orten in der Schweiz und in Deutschland hat Green Power Marketing nichts von seinem Reiz auf die Kenner der Branche eingebüsst. Auch die nun mehr siebte Auflage der Reihe, die 7th European Conference on Green Power Marketing 2011, vermochte es, die treibenden politischen und ökonomischen Kräfte des Grünstrommarktes unter ihrem Banner zusammenzuführen. Experten aus ganz Europa folgten dem Ruf der Konferenz nach Zürich, um dort am 6. und 7. Oktober 2011 „Das Zeitalter der Erneuerbaren Energien" und die dahinterliegenden „Strategien und Weichenstellungen der Akteure" zu diskutieren.
Wachstum zwischen politischem Anspruch und marktwirtschaftlicher Wirklichkeit
Wiewohl Erneuerbare mittlerweile im Mainstream der Elektrizitätswirtschaft angekommen sind, besteht auf Seiten der Marktteilnehmer weiterhin ein grosses Bedürfnis nach Wissen- und Erfahrungsaustausch. Eine solide Wachstumsgrundlage für den Sektor ist mit den 2020-Zielen der EU geschaffen und auch bereits in nationale Regelwerke umgesetzt. Szenarien und Roadmaps, aus der Feder des IPCC oder der IEA beispielsweise, entwerfen sogar schon eine Welt mit 100 % RES-Versorgung für 2050. Und auch die Europäische Kommission tut ihr Möglichstes, um der anvisierten Energiewende einen stabilen gesetzlichen Rahmen zu geben. Doch der Enthusiasmus in der Politik, so scheint es, hat den Elektrizitätsmarkt selbst noch nicht gänzlich durchdrungen.
Netz-, System- und Marktintegration von Erneuerbaren - wie finanzieren?
Wachstum im Grünstromsektor wird zukünftig vor allem eine Frage hinreichender Finanzierung sein. Erhebliche Investitionen etwa sind von Nöten im Bereich Netzintegration - zur Aufnahme dezentral erzeugten EE-Stromes und dessen Durchleitung über Regelzonen- und Ländergrenzen hinweg. Auch im Bereich Systemintegration, wo es besonders darum gehen wird, EE-typische Schwankungen in der Erzeugung auszugleichen. Wie hält man hochpreisige Regelenergie am Netz, wenn mit Erneuerbaren eine preiswerte Alternative die Grenzkosten diktiert? Investitionen schliesslich im Bereich Marktintegration. Hier ist die Frage der Finanzierung auch eine politische. Welche Fördermechanismen sind am effizientesten und belasten den Konsumenten am geringsten? Derzeit scheint Europa auf fixe Einspeisevergütungen zu setzen. Wird man, wie in der deutschen EEG-Novelle vorweggenommen, hier langsam zu Prämien übergehen? Aus Sicht der Europäischen Kommission wäre dies ein erster Schritt, um geförderte Anlagen an den Markt heranzuführen.
Ausbau jenseits von staatlicher Förderung: Stadtwerke als Vorreiter
Was aber ist mit jenen Anlagen, die von vornherein keine Vergütungen erhalten, sondern deren Strom als Grünstrom auf Basis seines umweltfreundlichen Mehrwertes vermarktet werden soll? In Zeiten absehbarer Netzparität für die meisten der regenerativen Technologien ist davon auszugehen, dass Green Power Marketing im engeren Sinne, d.h. der direkte Handel und Verkauf von Ökostrom, wieder an Bedeutung gewinnt. Politik und Wirtschaft geben sich an dieser Stelle die Hand. Unter dem Druck ambitionierter kommunaler Vorgaben zum Beispiel haben Stadtwerke begonnen, vermehrt in eigene Kapazitäten zu investieren - von lokalen PV-Kleinanlagen bis hin zu Beteiligungen an Offshore-Windparks mit mehreren hundert Megawatt Nennleistung. Um diese weit verstreuten Aktiva effektiv nutzen zu können, sind auch sie nun, wie schon früher die grossen multinationalen Konzerne, Fürsprecher eines einheitlichen europäischen Marktes.
Strategisches Marketing: Bedeutungsgewinn in einer „grünen" Strombranche
Die neue Dynamik hin zum Markt ist logisch, denn auch Stadtwerke und kommunale Versorger stehen unter der kritischen Beobachtung einer zunehmend aufgeklärten Kundenschaft, die durchaus in der Lage ist, die verschiedenen Schattierungen eines Grünstromangebotes zu erkennen. Verkaufsstrategien im "Zeitalter der Erneuerbaren Energien" greifen daher immer häufiger Eigenschaften auf, die über das blosse Attribut „Ökostrom" hinausweisen. Energieeffizienz und Klimaneutralität sind die Themen der Stunde. Und damit hat die Konferenz tatsächlich eine grosse Volte gemacht: Auf der ersten Veranstaltung 2001 bereits benannte Adriana Farah von der Umwelt-Direktion der OECD in Paris die nach ihrer Meinung zentralen Erfolgsfaktoren für Green Power Marketing: „Information und Konsumentenentscheidungen." - Sie sind es offensichtlich immer noch. Und werden es wieder vermehrt sein!
Lesen Sie hier mehr über die Konferenz (auf Englisch).